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Romulus und Remus Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Genie du suchest deines Gleichen?
Wahnsinn dir kann Wasser reichen!
Ihr seit zwei Gegner und verbündet,
auf des selben Feld gegründet.

Wie einst Romulus und Remus,
Brüdern gleich am Lebensfluss.
Vom Wolfe in dir aufgezogen,
verursachen sie in dir Wogen.

Wenn einer mordet's Brüderlein,
wird Widerstand gegangen sein.
wird er erbauen sich ein Reich,
das suchen wird noch seines gleich.

Doch darf das nie geschehen hier,
denn sind doch beides Teile dir,
das eine speist das andre mir,
verwoben beinah endlos schier.

Miteinander könnt ihr nicht,
doch ohne euch entsteht kein Licht.
Mal dies, mal jenes, in mir thronet,
und in mir auf ewig wohnet.

Mein Leben euch einander ohne,
sich nicht vorstellen kann, eur' Sohne.


 - Thomas Ogno, 2007


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Die Hoffnung stirbt zuletzt


Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wie weit haben sie dich gehetzt,
wie weit hat deine Hoffnung dich getragen,
bevorst auch sie musstest begraben?

Weißt du noch, wie lang das her,
dass deiner Hoffnung Beine z'schwer,
du wurdest und sie brach zusammen,
zerfressen von einsamen Flammen.

Jetzt lebst du noch,
seit Jahren vor dich hin, und doch,
es nichts mit Dasein hat gemein,
der Lebenden im Leben's Schrein.

Gefühllos, kalt und trist,
musstest werden drin solang du frist,
dein' Jahre noch auf dieser Welt,
jener die dich nie erhellt.

Schon lange hast du aufgegeben,
deiner Liebe nach zu streben.
Für dich ein z'langer Dauerlauf,
ohne Erfolg und Aussicht drauf.

Ein Leben lang hält mans kaum aus,
allein zu sein, jahrein, jahraus.
Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt,
und dennoch lebst du, lebst du jetzt.


 - Thomas Ogno, 2007


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Das fremde Dach


Ich erwache,
unter einem fremden Dache.
in einem Sessel, polsterweich,
in einem Raum, der ist nicht gleich,
jen' in dem vom Tage ganz und gar,
erschöfpt ich eingeschlafen war.

Ob mein Augenlicht mich trüge,
in meiner leicht verwirrten Rübe?
Vielleicht ich mir das nur erspinn,
dass ich doch ganz woanders bin.

Oder ist es gar noch Traum?
nein, nein, nein, das glaub ich kaum.
Beim Träumen man nicht denkt an Traum,
sonst würd er platzen wie aus Schaum.

Ich blick gespannt,
auf jene vor mir stehen'd Wand.
Darin sich eine Tür befind',
doch wo führt sie wohl hin mein Kind?

Einmal dreh ich selbst mich 'rum,
dann halt ich mich für selbst schon dumm.
Vier Wände seh ich, keine mehr,
doch wo kommt all das Lichte her?

Hier ist kein Fenster, keine Luke,
auf das es hier gar etwa spuke?
Ich stehe auf und seh mich um,
und bleib vor Schrecken völlig stumm.

Alles ist mit Licht durchflutet,
selbst unterm Sessel, sei verbuchet.
Doch nichts wirft einen Schatten hier!
Was zur Höll' passiert mit mir?

Ich blick zum Boden, teppichweich,
und an Verzierung äußerst reich,
bloß eines fällt mir sofort auf,
dass nur ich werf einen Schatten d'rauf,

Vor Angst und Panik ich erschrecke,
und mein Blick fällt auf die Decke,
dort droben ist nur grauer Stein,
kein Licht, kein Lampe, garnichts, nein.

Am Rande ist die Decke doch,
verziert mit viel Figuren noch,
welche fast herauß schon springen,
und sich ineinander schlingen.

Ihre Hände strecken's aus,
als wolltens aus dem Steine raus,
hinein in dieses Zimmer steigen,
um mich zu holen, in ihren Reigen.

Mir grauset bei dem Anblick sehr,
sodas ich nun nicht hinseh mehr.
Ich starre wieder auf die Tür,
sollt ich hindurch gehn, wärt ihr dafür?

Sie ist aus Holze, wohl aus Eiche,
auf das sie nichts und niemand weiche.
Nur wenn man dreht die Klinke dort,
kommt man zu einem andern Ort.

Doch all dies kenn ich doch woher,
und kommt mir schon bekannt vor sehr.
Nur weiß ich nicht, was es bloß sei,
das mich erinnert, an was vorbei.

Zusammen nehm ich nun mein Mut,
dreh die Klinke, worauf tut,
die Tür sich auf und gibt mir, ei,
den Weg zum nächsten Raume frei.

Ich schreit hindurch und blick mich um,
doch bin ich nicht begeistert drum.
Der Raum, er sieht genauso aus,
wie der aus dem ich komm, oh Graus.

Nur dort wo sonst der Stuhle ist,
ein Bett nun seine Tage frist.
Frisch gemacht mit weißen Leinen,
von Geisterhand könnt man fast meinen.

Denn auch in diesem Raum ist Licht,
wo sonst kein Fenster und keine Lampe nicht.
Und die einzig Tür in diesem Raum,
ist jene die ich grad durchschritten hatte kaum.

Ich setzt mich auf das Bettchen drauf,
auf das ich erst einmal verschnauf.
Alles kommt bekannt mir vor,
hier noch mehr als kurz zuvor.

Wie kam ich nur in dies zwei Räume,
wenn ich doch sicherlich nicht träume?
Miteinander sind's verbunden,
doch mehr kann man sich nicht erkunden.

Kein Eingang ist in dies Verlies,
ich auch auf keinen Ausgang stieß.
Wie also kam ich bloß hier rein,
in diese Räumlichkeiten fein?

Und wie ich so darüber grüble,
kommen mir Gedanken üble.
Dieser Raum ist jener doch,
in dem zuletzt ich einschlief noch.

Nun werd ich langsam müde auch,
auf das ich bald in Schlaf eintauch.
Alles langsam sich schon dreht,
um mich und mein Verstand vergeht.

Nur die Fratzen der Gestalten,
die Decken auf den Wänden halten,
seh ich nun noch um mich tanzen,
und Löcher in mein Denken stanzen.

Welche dunklen Teufelskräfte,
führen hier ihre Geschäfte?
Langsam mir mein Geist entschwindet,
und zum Bewusstsein nicht mehr findet.

In wessen G'walt befind ich mich?
Bitte, ich beschwöre dich,
führ dies zu einem Ende gschwind'!
Nein nicht schon wieder, es beginnt!

Ich erwache,
unter einem fremden Dache.


 - Thomas Ogno, 2007


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Nur sterben musst du noch


Du musst nur sterben,
dann, wenn die andern erben,
dann bist tot du schon,
und erntest deines Schrittes Lohn.

So wie ein Stein,
ganz ohne Bewusstsein,
von Gefühlen rein,
wirst du dann sein.

Keine Freude, kein Glück, kein Leid,
von Glaube, Liebe, Hoffnung längst befreit,
bist du dann doch,
nur sterben, sterben musst du noch.



 - Thomas Ogno, 2007


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Sprach der Realist


Als Optimist,
dir sicher guten Ausgangs bist.
Wie töricht doch von dir,
gibt doch nur einen Ausgang hier.

Ist Optimist wer meint,
das am Morgen Sonne scheint?
Doch was hilft dir spät're Sonnenpracht,
währendst wandelst durch die dunkle Nacht?

So wie die Sonn ihren täglich Sonnenaufgang macht,
so werd auch ich erwachen aus der Nacht.
Es gibt kein ewig Dunkelheit,
auf dieser rießig Erde weit.

Optimist, ich brauch dich nicht,
gib mir lieber Kerzenlicht,
welch's der Wind nicht ausweht,
bis die Sonne aufersteht.

Ewig dreht sich dieser Kreis,
und nur der Realist der weiß,
stolpern kannst in Zeiten beiden,
und erst dann musst von uns scheiden.

Doch bis dahin lieber Pessimist,
streich mich von deiner List,
der zum Tode schon geweihten.
Ich werd hier noch lange reiten.


 - Thomas Ogno, 2007


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Oh süße Depression Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Oh süße Depression, oh meine
was hab ich dir getan, dass deine
Fänge mich nicht los lass wolln,
würd ich doch gern vor Freude tolln.

Bist Krankheit anders als die Massen,
schwer zu messen, schwer zu fassen.
Anstatt Blutwunde, zugefügt,
bin ich die Wunde, unbetrübt.

Seh ich von außen traurig aus,
bin ich ein armer Mitleids Schmaus.
Versteck ich dich, tief in mir drinn,
kann ich dir doch auch nicht entrinn.

Quälst mich in d'Nacht, quälst mich am Tage,
Wann quälst mich nicht, stellt sich die Frage?
Will manchmal schlafen, für kurz für immer,
nur solang bist du quälst mich nimmer.

Für immer schlafen, schwer Entscheid,
will nicht mehr spürn die Einsamkeit.
Am Ende ist's doch kleiner Schritt,
welch Ironie, bei solch groß Bitt.

Der Kampf scheint fast unendlich schier,
bist du doch auch ein Teil von mir.
Werd Stund um Stund 'gen dich marschieren,
darf nicht ein einzges mal verlieren.

Zum Gwinn verdammt bei jeder Schlacht.
Doch selbst Napolen mit all sein' Macht,
hat irgendwann sein Waterloo,
dann müst ich gehn, nach St. Helen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Madengesuch


Gnade, Gnade, habt doch Gnade,
mit so einer kleinen Made.
Will nur leben und sein frei,
von der Gedanken hirnlos Brei.

Drum Hirn hör auf zu schwanken,
so mit mein' Gedanken.
Werd ich doch noch von See ganz krank,
so wie dieses Schiffchen wank.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Erimit


Wie oft gewunschen schon,
ich eines Erimiten gleiche wohn.
Abgeschirmt von dieser Welt,
ganz allein in meinem Zelt.

Dann alle Kommunikation,
ich einstell zu des Mittels Lohn.
Ein Schmerz durch meinen Körper fährt,
weil Einsamkeit und Ruh einkehrt.

Der Schmerz zeigt mir ich bin noch da,
ob andre Abstinenz nehm wahr?
Vielleicht fühln sie dann endlich auch,
den Schmerz in dem ich endlos tauch.

Doch denken sie sich nichts dabei,
und selbst wenn doch, wär ich dann frei?
Geteiltes Leid ist halbes Leid,
doch am End dich nicht befreit,
von deinen eignenen Höllenqualen,
für die du musst allein bezahlen.

Zieh dich zurück oh kranker Geist,
vielleicht du Welt ein Dienst erweist,
je losgelöster du dann bist,
um näher an der Welten Trist,
hinab zu steigen und dann dort,
hinaus zu ziehen, weit, weit fort.


 - Thomas Ogno, 2007


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Hasen Gedanken


Gedanken fliegen, raßen,
die es machen gleich den Hasen,
und so viele Haken schlagen,
dass ich jene, die so plagen,
nicht vermag in Grenz zu halten,
während sie mein Hirne spalten.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ebenen


Der Irrsinn, hat er dich erfasst,
ist er unterträglich Last.
Realität schon immer war,
subjektiv und unnahrbar.

Doch sollt der Wahnsinn dich erfassen,
wirst vom Konsenz du der Massen,
weggetrieben, auf solch Ebnen,
wo nur du, sonst keine leben.

ungewohnte Wahrnehmung,
Unverständnis und Beklemmung,
bringt Verzweiflung aussichtslos,
wie Schiffsbrüchig auf einem Floß.

Du weißt, durchhalten kannst nicht ewig,
in deinem Gott verdammten Käfig,
der dich wegsperrt in deiner selbst,
dem du auch kämpfend doch verfällst.

Dem Kampfe kannst du nicht entrinnen,
Zeit zu gehen, zeit zu springen.
Du willst es nur um Ruh zu haben,
von des eignen Iches Klagen.

Doch warte noch, nur kurze Zeit.
Gibt Hilfe oft, wär dir bereit.
Willst du denn aus dem Leben scheiden,
und dabei jed' Chance meiden?

Wenns doch nicht hilft, warst noch so standhaft
bei dir bleibt der Irrsinn krampfhaft,
kannst dann noch das Dasein wählen,
oder lass ihm Wirte fehlen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Wiverstand


Wie Auto du im Leerlauf bist,
wenn Zeiten du alleine frist.
Dann trittst aufs Gas, Gedanken schnellen,
unaufhörlich durch die Zellen.

Mein Verstand braucht Widerstand,
sonst findet er sich schnell am Rand,
und die Bessesenheit setzt ein,
welch seltsam und welch grausam Pein.

Wird heiß das Hirn, die Kühlung fehlt,
es dich um dein Verstand bestehlt.
Leg Gänge ein, solln Leute sein,
welch die Gedankengänge dein,
durch Umsetzung in Energie,
vom Teufelskreis befreien sie.


 - Thomas Ogno, 2007


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