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Das Leben nach dem Tode


Ein Leben nach dem Tode? Nein.
Es wird wie vorm Gebürtlein sein.
So wie wir davor schon mal waren,
werden wir sein nach aufgebahren.

Sei nicht betrübt, kanns dir erklär'n,
Kam sich noch nie jemand beschwer'n.
Nicht vor Geburt, noch nach dem Fort,
Es wird wohl sein, ein gleichgült'g Ort.

Was mag noch besser sein als Himmel's-Leut?
Und als des Teufels neuste Beut?
Das nicht-Gefühl, das nicht bedauern.
Das nicht erinnern, nicht erschauern.

Asch zu Asch und Staub zu Staub,
heut Mensch und morgen schon Herbstlaub.
Wir werd'n nicht im Himmel stehn, 
stattdessen in Erinn'rung gehn.

Du gleichest einem Steine dann,
doch leb solang man leben kann.
Denn Leben kannst du einmal bloß,
den Stein jedoch, wirst nimmer los.

Bewusstsein sei für immer fort,
nur Eindrücke bestehen fort.
In allem lebenden Getier,
sei alles drin, von mir und dir.

Dort wohnen wir, Legenden gleich,
in unserm eignen Geisterreich.
Nicht ich, nicht du, noch sonst irg'ndwer,
doch eines unsrer Abbilder.

Vergessen seien wir schon bald,
ein Baum von viel'n im Menschenwald.
Doch bleiben Fundamente wir,
ja mehr noch, ein klein' Teil von Dir.

Und wenn der letzte Mensch folgt nach,
wir sitzen mit ihm unt' seim Dach.
Dort sterben wir dann alle mit,
in der Menschheits letzter Ritt.


 - Thomas Ogno, 2007


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