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Sophie


Eines Herbstes trüben Tag,
trafs deine Eltern wie ein Schlag.
Du kommst, doch sie sind nicht bereit,
dein Vater sich von euch befreit.

Nun seit ihr nur noch Kind und Mutter,
doch sie hat grad' mal Brot und Butter,
Überforderung gibt ihr den Reste,
dabei will sie für dich nur's Beste.

Drum kaum das Licht der Welt erblickt,
man dich ins Adoptionsheim schickt.
Dort bist zum harten Leben,
der Waisen frei gegeben.

Sophie ist nun dein Name,
der Name einer Dame.
Doch gleicht dein Kindheit eher der,
einer vom Pech verfolgten sehr.

Harte Schule, harte Heime,
bist am Boden, kommst kaum auf'd Beine.
Wirst zum "Problemkind", unbeliebt,
welch man hin und here schiebt.

Eine die herum sich treibt,
der echte Lieb verborgen bleibt.
Bist auf der Suche nach dem Glücke,
doch zwischen Leid, da ist nur Lücke.

Was soll dies Leben, fragst du dich?
Nimmst Drogen und gehst auf den Strich.
Eine Farce ist's Leben nur,
du spürst es jeden Tag so pur.
Noch fährst du weiter deine Spur,
doch selbst das bloß weilst bist so stur.

Aber irgendwann bricht jeder Stein,
und diesmal ist's dein Herzelein.
Erträgst nicht länger dieses Leid,
das mit sich bringt die Einsamkeit.

Da siest hinunter, tief ists hier,
der Sophie's letzte Schritte vier.
Dann wars zu Ende ihre G'schicht,
ein ganzes Leben ohne Licht!

Doch halt Sophie!
Vergiss dies' ganze Phantasie!
Vergiss die ganzen Verse die!
Gegeben hat es dich doch nie.

Zurück sind wir, am trüben Tag,
im Herbst als deine Eltern trifft der Schlag.
Dein Vater bleibt bei Mama hier,
und lang beraten's sich zu dir.
Dann haben sie sich so entschieden,
dass die Sophie wird abgetrieben.

Nun hattest nie die Chance zu leben,
und auch nie die Chance zu geben,
du hattest niemals Glück empfunden,
oder Leid in deinen Wunden.

Für dich, Sophie, gibts auch kein Grab,
und niemand um dich trauern tat.
Vielleicht, Sophie, hättst nie gewonnen,
doch du hast nie die Chance bekommen.


 - Thomas Ogno, 2007 - 2008


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