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Sophie


Eines Herbstes trüben Tag,
trafs deine Eltern wie ein Schlag.
Du kommst, doch sie sind nicht bereit,
dein Vater sich von euch befreit.

Nun seit ihr nur noch Kind und Mutter,
doch sie hat grad' mal Brot und Butter,
Überforderung gibt ihr den Reste,
dabei will sie für dich nur's Beste.

Drum kaum das Licht der Welt erblickt,
man dich ins Adoptionsheim schickt.
Dort bist zum harten Leben,
der Waisen frei gegeben.

Sophie ist nun dein Name,
der Name einer Dame.
Doch gleicht dein Kindheit eher der,
einer vom Pech verfolgten sehr.

Harte Schule, harte Heime,
bist am Boden, kommst kaum auf'd Beine.
Wirst zum "Problemkind", unbeliebt,
welch man hin und here schiebt.

Eine die herum sich treibt,
der echte Lieb verborgen bleibt.
Bist auf der Suche nach dem Glücke,
doch zwischen Leid, da ist nur Lücke.

Was soll dies Leben, fragst du dich?
Nimmst Drogen und gehst auf den Strich.
Eine Farce ist's Leben nur,
du spürst es jeden Tag so pur.
Noch fährst du weiter deine Spur,
doch selbst das bloß weilst bist so stur.

Aber irgendwann bricht jeder Stein,
und diesmal ist's dein Herzelein.
Erträgst nicht länger dieses Leid,
das mit sich bringt die Einsamkeit.

Da siest hinunter, tief ists hier,
der Sophie's letzte Schritte vier.
Dann wars zu Ende ihre G'schicht,
ein ganzes Leben ohne Licht!

Doch halt Sophie!
Vergiss dies' ganze Phantasie!
Vergiss die ganzen Verse die!
Gegeben hat es dich doch nie.

Zurück sind wir, am trüben Tag,
im Herbst als deine Eltern trifft der Schlag.
Dein Vater bleibt bei Mama hier,
und lang beraten's sich zu dir.
Dann haben sie sich so entschieden,
dass die Sophie wird abgetrieben.

Nun hattest nie die Chance zu leben,
und auch nie die Chance zu geben,
du hattest niemals Glück empfunden,
oder Leid in deinen Wunden.

Für dich, Sophie, gibts auch kein Grab,
und niemand um dich trauern tat.
Vielleicht, Sophie, hättst nie gewonnen,
doch du hast nie die Chance bekommen.


 - Thomas Ogno, 2007 - 2008


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Der Krieg


Vergräbst du dich,
so sehn sie nicht,
den Gräber der
auf Ruhm verzicht.

Die Erde
ist ein Freund in Not,
genauso
wie ein Heim im Tod.

Ein blutig Acker,
Schall erfüllt,
getränkt mit Angst,
eiskalt gefühlt.

Kein Eck
kann für dich garantiern.
Kein Tag
sicher zum nächsten führn.

Anders erlebt
als letztes Mal
und doch genauso
schwer fatal.

Das ist das Chaos,
Mensch-gemacht.
Nicht vorstellbar,
nicht ausgedacht.


 - Thomas Ogno, 2008


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Ein Herz möcht ich dir schenken


Ein Herze möchte ich dir schenken,
doch nicht das meine, wie du wirst denken.
Nein das deine schenk ich dir,
auf dass es wärmer werde hier.


 - Thomas Ogno, 2007


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Du bist allein


Du bist allein in dieser Welt,
auch wenn dir so das nicht gefällt.
Magst denken dich in einem Menschenchor,
doch trügerisch kommt dir das nur so vor.

Ruf meinen Namen, wo du auch bist,
ich komm und trage dich, egal wie weit es ist.
Ruf meinen Namen, mach ihn zum Gedicht,
heute komm ich, morgen komm ich nicht.

Du bist allein in dieser Welt,
kein Hund der nach dir bellt.
Du bist allein in dichtem Rauch,
du bist allein, denn ich bin’s auch.


 - Thomas Ogno, 2007


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Des Teufels Tanz


Leere in dir,
Leere um dich,
Wie sie füllen?
Wie was fühlen?

Ein lebender Toter,
umgeben von Nichts.
Wartend aufs Messer scharf,
das ja doch nicht kommen darf.

Warum kein eigen Ende dieser Sorgen?
Frag dein Morgen, frag es morgen,
Versuch dem Glücke nicht zu drohen,
vielleicht bist morgen Mutes frohen.

Wenn keine Antwort vom jenen Morgen das ihr fragt,
und fünf vor Zwölf nun Zwölfe schlagt?
Dann warte nochmal fünf Minuten,
denn kommen werden dir die guten.

Wennst vom Leben müde drückest dich,
wirst nie mehr seien traurig oder glücklich,
dann bist erlöst von deiner Qual,
must nicht mehr wandern durch ein Tal.

Was ist besser als Freude und Kummer?
Das Nichts ists wohl, der ewige Schlummer.
Das Ungefühl, die Gleichgültigkeit.
Doch sag was bietet dir die Ewigkeit?

Das Danach mag sein das Paradies.
Das Leben selbst, es ist Verdrieß.
Lieber grausam in der Hölle leben,
als im Himmel ewig Schlafe geben?

Der Teufel ist dein Herrscher hier,
Dein Gott ist unbekannte mir.
Willst feige dich im Nichts verschanzen,
oder doch lieber mit Teufel tanzen?

Dann tanze wild und tanz geschwind,
Tanz als wärst du ewig Kind.
Kannst dein Leben auch nicht befrei'n,
zeig dem Teufel, was es heißt, ein Mensch zu sein.


 - Thomas Ogno, 2007


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Romulus und Remus Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Genie du suchest deines Gleichen?
Wahnsinn dir kann Wasser reichen!
Ihr seit zwei Gegner und verbündet,
auf des selben Feld gegründet.

Wie einst Romulus und Remus,
Brüdern gleich am Lebensfluss.
Vom Wolfe in dir aufgezogen,
verursachen sie in dir Wogen.

Wenn einer mordet's Brüderlein,
wird Widerstand gegangen sein.
wird er erbauen sich ein Reich,
das suchen wird noch seines gleich.

Doch darf das nie geschehen hier,
denn sind doch beides Teile dir,
das eine speist das andre mir,
verwoben beinah endlos schier.

Miteinander könnt ihr nicht,
doch ohne euch entsteht kein Licht.
Mal dies, mal jenes, in mir thronet,
und in mir auf ewig wohnet.

Mein Leben euch einander ohne,
sich nicht vorstellen kann, eur' Sohne.


 - Thomas Ogno, 2007


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Deine Anne Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Liebe Kitty,

Spürst du ihre Jugend brennen,
zwischen Zeilen die wir kennen,
aus ihrem Tagebuche welch',
sie schrieb als dreckig Totenkelch,
noch an ihr vorüber zog,
bevor man auch noch sie betrog,
um ihre Jugend, um ihr Streben,
um ihre Unschuld, um ihr Leben.

Niemals sollest du vergessen,
dass einen Alltag sie besessen,
hatte den sie mit dir teilte,
während's im Verstecke weilte.

Ist’s dir fade, diese G’schicht?
Beschreibung eines Lebens, mehr doch nicht!
Dann lies zu Ende dieses Leben,
lies und auch in dir wird’s beben,
wenn fast normale Lebens G’schicht,
mit einem Male unterbricht.

Weißt du, was danach geschah?
Du weißt es,
doch es steht nichts mehr da.


 - Thomas Ogno, 2007


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El Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Das Menschenherz, was es begehrt,
ist einer der ihm All's erklärt.
Nennt El ihn, Gott, Allah und Ra
wied' andre nenn ihn Jehova.

Braucht fassbar in unfassbar Welt,
braucht endlich Raum im Himmelszelt.
Und will doch haben endlos Zeit,
ist fürs Ende nie bereit.

Den Tode er niemals versteht,
will untot sein, selbst wenn er geht.
Braucht Sinn im Leben, Sinn im Sein,
drum gebs ein Gott noch oben drein.

Ein Toter, zwei gar, ist Tragöd.
Millionen Tode? Das ist öd.
Ich wünscht wir könnten nicht vermeiden,
zu spüren jedes einz’lne scheiden.

Bewusstsein schimpfet stolze sich,
was unerfassbar machet dich,
du groß Natur, du Zahlenspiel,
Gesetzen folgend uns zuviel.

Begreift den Wurf nicht, der Mensch ist,
im Zufall sein muss eine List.
Versteh’s doch Mensch, und sei gefeit,
an Sinn grenzt die Sinnlosigkeit.

Leb weiter, leb und gier nach neuem,
das wirst du sicher nie bereuen.
Wenn’st weiter glaubst an Zweck gebannt,
hast die Natur doch schwer verkannt.

Hast Leben wirklich unterschätzt,
wenn’st weiter du auf Suche setzt.
Stell Suche ein, es werde Licht,
sahst Wald vor lauter Bäumen nicht.

Ob Liebe, Tod oder ob Hass,
macht alles Leben aus und das,
ist Sinn in sich und Sinn im Sinne,
drum suche nicht sondern beginne,
und folg dem Strom des Lebens dort,
mal sehn wo es dich führt hinfort.


 - Thomas Ogno, 2007


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Edie Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Edie, Warhols erster Schatz,
kannst du mich hörn, am Himmels Platz?
Du Muse, wer dich nicht tut kennen,
dem will ich jetzt dein Namen nennen.

Selbst wenn sie dich bisher nicht kannten,
so doch in ihren Herzen brannten,
deine Feuer, wild und herrlich,
doch wissen sie von dir nur spärlich.

Du wurdest schon so oft gedichtet,
und eben so oft schon gerichtet.
Und warst auch unberechenbar,
du warst ein Himmel, sternenklar.

Dein Leben war gleich einem Knalle,
ein Vermächtnis an uns alle,
dein Echo in der Lebens Halle,
auf ewig deiner würdig schalle.

Du Schönheit deren Glanze strahlet,
zu hell für einen einzlnen waret,
dein Inneres doch so sehr gleißte,
dass selbst darunter litt dein Geiste.

Respekt du uns hast eingeflöst,
ein Rätsel warst du ungelöst,
wo jedem überkam die Lust,
doch Tod entschied, dasst gehen musst.

Du warst zu gut für diese Welt,
und im Gegensatz zu Hund der bellt,
bissest auch schon manchmal zu,
du Femme-Fatales Wunder du.

Du Schönheit welche eigen sinnte,
deiner Launen innren Kinde,
warum nur musstest zerspring' in Scherben,
und dich selbst führ'n ins Verderben.

Ciao Manhattan, Ciao Baby,
gestorben ist die Phantasie,
im Nimmerland seist auferstiegen,
wo selbst gefallne Engel fliegen.

Edie, du erster Star von allen,
endlos bist du am End gefallen,
gelandet bist du nirgendwo,
die Welt, das Leben, misst dich so.


 - Thomas Ogno, 2007


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Vom fröhlichen Kinde


Das traurigste, dass ich je sah,
war ein kleines Kind,
welches ahnte,
dass es nie alt werden würde.
Dieses Kind war ich.

Das fröhlichste, dass ich je sah,
war ein kleines Kind,
welches wusste,
dass es nie alt werden würde.
Dieses Kind bin ich.


 - Thomas Ogno, 2007


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Die Katzen


Tief Nachts,
wenn die Menschen schlafen,
sitzen die Katzen,
in jedem Haus und jedem Stock,
auf den offenen Fenstern der Wohnungen,
und feiern gemeinsam,
ihre Herrschaft über alle Gassen.



 - Thomas Ogno, 2007


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Todesdämon


Dämon wessen Tod ist dein,
nimm mich mit ins Nichts hinein.
Nimm mich jetzt und nicht viel später,
du, des am Lebens Verräter.

Du kennst nur das ein Versprechen,
welches du niemand tust brechen.
Lös ein, dein meinges an mir,
lös es ein, im Jetzt und Hier.

Komm und zieh mich dorthin mit,
wo niemand weiter Qualen litt.
Wo Freud und Leid ist unbekannt,
in deines Reich, Jenseits genannt.

Quäl mich nicht länger, lass es sein,
lös endlich dein Versprechen ein.
Verrat mich nicht um meines Ende,
auf das ich selbiges bald fände.

Elender, lass mich nicht warten,
spiel sie aus, die Todeskarten.
Zieh mich raus aus jenem Hier,
zieh mich mit, hinaus mit dir.


 - Thomas Ogno, 2007


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Jeschua Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Warum hast du mich verlassen,
schallte es durch Jerusalem's Gassen.
Es waren deine letzten Worte,
an jenem unheilvollen, deines Todes, Orte.

Sag mir, hast du da erkannt,
dass nichts größeres dahinter stand?
Wurdest du erst da gewahr,
dass kein Erlösung waret nah?

Besessenheit warst du verfallen,
hast Gottes Reich verkündet allen.
Doch keiner dachte auch nur dran,
dir zu helfen in dein'm Wahn.

Stattdessen folgten Tor' dem Tor in dir,
sag wer war der größ're hier?
Und währendst musstest mit dir selber ringen.
wollten and're dich zum schweigen bringen,

Für viele warst du Herr und Meister,
doch in dir quälten dich die Geister,
Keiner der dir helfen wollte,
wenn nur das Himmelsreich doch kommen sollte.

Sie trieben dich aufs Kreuz hinauf,
sie alle nahmen das in kauf.
So töteten sie dich mit Glauben,
mit Glauben und mit Friedenstauben.

So warst gemordet zweimal dreiste.
am Kreuze erst und dann im Geiste.
Sie legten Worte dir in' Mund,
so machten sie ihrn' Glauben kund.

Ihren Glauben und ihr Denken,
auch Macht wollten sie nicht verschenken.
Sie töteten dich zweimal gar,
zuerst am Kreuz, dann am Altar.

Bis heute lassen sie dich sterben,
jede Erinnerung an dich verderben.
Wer du einst warst, den gibts nicht mehr,
geplagt von Wahn und Geistern sehr.


 - Thomas Ogno, 2007


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Doch du fährst weiter, weiter doch


Bist du denn mehr als bloß ein Affe,
der ständig glaubt, dass er es schaffe,
zu erreichen jenes Glück,
das vor ihm hängt, ein kleines Stück.

siehst du nicht, das Leben hier,
wie es sitzt, gleich hinter dir,
und mit der Stange und der Schnur,
es vor die baumeln lasset nur.

Du trittst und trittst in die Pedale,
doch kommst nicht näher dem Finale,
Schmerzen deine Beine quälen,
wo dir doch eh schon Glück tut fehlen.

Manchmal kurze Pausen machst,
doch weiter fährst sobaldst erwachst,
aus deinem kurzen Kälteschlaf,
um dich zu quälen weiter brav.

Kennst du diese Gedanken leise,
die kommen dir auf deiner Reise?
Du fängst nicht an zu hinterfragen,
obs Sinn macht dieses ganze plagen.

Doch manchmal wenn du einsam ruhst,
oder weiter reisen tust,
dann fragst du dich, wie lange noch,
wie lang halt ich noch aus dies Joch.

Dann träumst du davon abzusteigen,
vom Lebenswege abzuzweigen,
nicht nur kurz, der Pause wegen,
sondern um sich zur Ruh zu legen.

Wie wär das wohl, so ohne Ziel,
ohne Weg der Schmerzen viel?
Doch du fährst weiter, weiter doch,
die nächste Kurve kriegst du noch.


 - Thomas Ogno, 2007


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Die Hoffnung stirbt zuletzt


Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wie weit haben sie dich gehetzt,
wie weit hat deine Hoffnung dich getragen,
bevorst auch sie musstest begraben?

Weißt du noch, wie lang das her,
dass deiner Hoffnung Beine z'schwer,
du wurdest und sie brach zusammen,
zerfressen von einsamen Flammen.

Jetzt lebst du noch,
seit Jahren vor dich hin, und doch,
es nichts mit Dasein hat gemein,
der Lebenden im Leben's Schrein.

Gefühllos, kalt und trist,
musstest werden drin solang du frist,
dein' Jahre noch auf dieser Welt,
jener die dich nie erhellt.

Schon lange hast du aufgegeben,
deiner Liebe nach zu streben.
Für dich ein z'langer Dauerlauf,
ohne Erfolg und Aussicht drauf.

Ein Leben lang hält mans kaum aus,
allein zu sein, jahrein, jahraus.
Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt,
und dennoch lebst du, lebst du jetzt.


 - Thomas Ogno, 2007


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Das fremde Dach


Ich erwache,
unter einem fremden Dache.
in einem Sessel, polsterweich,
in einem Raum, der ist nicht gleich,
jen' in dem vom Tage ganz und gar,
erschöfpt ich eingeschlafen war.

Ob mein Augenlicht mich trüge,
in meiner leicht verwirrten Rübe?
Vielleicht ich mir das nur erspinn,
dass ich doch ganz woanders bin.

Oder ist es gar noch Traum?
nein, nein, nein, das glaub ich kaum.
Beim Träumen man nicht denkt an Traum,
sonst würd er platzen wie aus Schaum.

Ich blick gespannt,
auf jene vor mir stehen'd Wand.
Darin sich eine Tür befind',
doch wo führt sie wohl hin mein Kind?

Einmal dreh ich selbst mich 'rum,
dann halt ich mich für selbst schon dumm.
Vier Wände seh ich, keine mehr,
doch wo kommt all das Lichte her?

Hier ist kein Fenster, keine Luke,
auf das es hier gar etwa spuke?
Ich stehe auf und seh mich um,
und bleib vor Schrecken völlig stumm.

Alles ist mit Licht durchflutet,
selbst unterm Sessel, sei verbuchet.
Doch nichts wirft einen Schatten hier!
Was zur Höll' passiert mit mir?

Ich blick zum Boden, teppichweich,
und an Verzierung äußerst reich,
bloß eines fällt mir sofort auf,
dass nur ich werf einen Schatten d'rauf,

Vor Angst und Panik ich erschrecke,
und mein Blick fällt auf die Decke,
dort droben ist nur grauer Stein,
kein Licht, kein Lampe, garnichts, nein.

Am Rande ist die Decke doch,
verziert mit viel Figuren noch,
welche fast herauß schon springen,
und sich ineinander schlingen.

Ihre Hände strecken's aus,
als wolltens aus dem Steine raus,
hinein in dieses Zimmer steigen,
um mich zu holen, in ihren Reigen.

Mir grauset bei dem Anblick sehr,
sodas ich nun nicht hinseh mehr.
Ich starre wieder auf die Tür,
sollt ich hindurch gehn, wärt ihr dafür?

Sie ist aus Holze, wohl aus Eiche,
auf das sie nichts und niemand weiche.
Nur wenn man dreht die Klinke dort,
kommt man zu einem andern Ort.

Doch all dies kenn ich doch woher,
und kommt mir schon bekannt vor sehr.
Nur weiß ich nicht, was es bloß sei,
das mich erinnert, an was vorbei.

Zusammen nehm ich nun mein Mut,
dreh die Klinke, worauf tut,
die Tür sich auf und gibt mir, ei,
den Weg zum nächsten Raume frei.

Ich schreit hindurch und blick mich um,
doch bin ich nicht begeistert drum.
Der Raum, er sieht genauso aus,
wie der aus dem ich komm, oh Graus.

Nur dort wo sonst der Stuhle ist,
ein Bett nun seine Tage frist.
Frisch gemacht mit weißen Leinen,
von Geisterhand könnt man fast meinen.

Denn auch in diesem Raum ist Licht,
wo sonst kein Fenster und keine Lampe nicht.
Und die einzig Tür in diesem Raum,
ist jene die ich grad durchschritten hatte kaum.

Ich setzt mich auf das Bettchen drauf,
auf das ich erst einmal verschnauf.
Alles kommt bekannt mir vor,
hier noch mehr als kurz zuvor.

Wie kam ich nur in dies zwei Räume,
wenn ich doch sicherlich nicht träume?
Miteinander sind's verbunden,
doch mehr kann man sich nicht erkunden.

Kein Eingang ist in dies Verlies,
ich auch auf keinen Ausgang stieß.
Wie also kam ich bloß hier rein,
in diese Räumlichkeiten fein?

Und wie ich so darüber grüble,
kommen mir Gedanken üble.
Dieser Raum ist jener doch,
in dem zuletzt ich einschlief noch.

Nun werd ich langsam müde auch,
auf das ich bald in Schlaf eintauch.
Alles langsam sich schon dreht,
um mich und mein Verstand vergeht.

Nur die Fratzen der Gestalten,
die Decken auf den Wänden halten,
seh ich nun noch um mich tanzen,
und Löcher in mein Denken stanzen.

Welche dunklen Teufelskräfte,
führen hier ihre Geschäfte?
Langsam mir mein Geist entschwindet,
und zum Bewusstsein nicht mehr findet.

In wessen G'walt befind ich mich?
Bitte, ich beschwöre dich,
führ dies zu einem Ende gschwind'!
Nein nicht schon wieder, es beginnt!

Ich erwache,
unter einem fremden Dache.


 - Thomas Ogno, 2007


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Das Leben nach dem Tode


Ein Leben nach dem Tode? Nein.
Es wird wie vorm Gebürtlein sein.
So wie wir davor schon mal waren,
werden wir sein nach aufgebahren.

Sei nicht betrübt, kanns dir erklär'n,
Kam sich noch nie jemand beschwer'n.
Nicht vor Geburt, noch nach dem Fort,
Es wird wohl sein, ein gleichgült'g Ort.

Was mag noch besser sein als Himmel's-Leut?
Und als des Teufels neuste Beut?
Das nicht-Gefühl, das nicht bedauern.
Das nicht erinnern, nicht erschauern.

Asch zu Asch und Staub zu Staub,
heut Mensch und morgen schon Herbstlaub.
Wir werd'n nicht im Himmel stehn, 
stattdessen in Erinn'rung gehn.

Du gleichest einem Steine dann,
doch leb solang man leben kann.
Denn Leben kannst du einmal bloß,
den Stein jedoch, wirst nimmer los.

Bewusstsein sei für immer fort,
nur Eindrücke bestehen fort.
In allem lebenden Getier,
sei alles drin, von mir und dir.

Dort wohnen wir, Legenden gleich,
in unserm eignen Geisterreich.
Nicht ich, nicht du, noch sonst irg'ndwer,
doch eines unsrer Abbilder.

Vergessen seien wir schon bald,
ein Baum von viel'n im Menschenwald.
Doch bleiben Fundamente wir,
ja mehr noch, ein klein' Teil von Dir.

Und wenn der letzte Mensch folgt nach,
wir sitzen mit ihm unt' seim Dach.
Dort sterben wir dann alle mit,
in der Menschheits letzter Ritt.


 - Thomas Ogno, 2007


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Das treue Herz Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Treues Herz, oh treues Herz,
willst hüten dich vor den Iden des März?
Laufst offnen Auges in das Messer,
mit loyalem Herz doch besser,
als den treu'sten zu misstrauen,
die unser Fundament aufbauen.

Lieber will ich z'grunde gehn,
und dabei ins Gsichte sehn,
den Menschen die ich so sehr liebe,
als wenn ich erst im sterben liege,
mit hundert Jahr für einsam Grab,
weil ich stehts mistrauet hab.

Und wenn du Brutus versetzest Stich,
der legen wird zu Grabe mich,
sei dir gewiss, meine Sohne doch,
ich lieb dich auch im Sterben noch.


 - Thomas Ogno, 2007


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Warte noch!


Oh Glück, verlass mich nicht, oh Glück,
nicht wieder, wart nur noch ein Stück.
Musst ich doch warten ewiglich auf den Moment,
der wie im Fluge nun verrennt.

Ist lange her, nicht wahr, das letzte Mal,
dacht schon, ich wär nie wieder deine Wahl.
Trenn uns noch nicht, bleib noch ein Weilchen,
lässt Blüten blühn in mir, wie Veilchen.

Was wird denn sein, wenn du wirst gehen,
werd ich dich jemals wieder sehen?
Die Trist ertrag ich lange noch,
wenn ich nur wüsst du kommest doch.

Was bitt ich bloß, des Lebens Schmuck,
will dich nicht setzen unter Druck.
Werd warten auf dein wieder kommen,
geduldig, genügsam, wie die frommen.

Hast meinem Leben stets beschert,
Momente die man sich begehrt.
Dein Abschied sei mir mir nicht fatal,
werd mich freun auf nächstes Mal.


 - Thomas Ogno, 2007


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Nur sterben musst du noch


Du musst nur sterben,
dann, wenn die andern erben,
dann bist tot du schon,
und erntest deines Schrittes Lohn.

So wie ein Stein,
ganz ohne Bewusstsein,
von Gefühlen rein,
wirst du dann sein.

Keine Freude, kein Glück, kein Leid,
von Glaube, Liebe, Hoffnung längst befreit,
bist du dann doch,
nur sterben, sterben musst du noch.



 - Thomas Ogno, 2007


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Die Kupferstatue


Ich liebe dich,
und du liebst mich.
Seit Tagen wir dies tun,
ja schon seit Wochen nun.

Dies ist der Liebe erster Akt,
welch endet vielleicht mit dem Pakt,
geschrieben oder ungeschrieben,
auf das wir länger z'amme blieben.

Ein Leben ohne dich,
ist schließlich jetzt für mich,
Unvorstellbar geworden,
fast würd ich eher morden.

Doch kommen wird der Tag,
der von uns mehr verlangen mag,
als Gefühl der Schmetterlinge,
welchs mit den Zeiten doch abklinge.

Was dann übrig bleibt wenn Zeit,
der Statue entfernt das samtene Kleid,
muß aufgebaut sein grundsolide,
auf unserer einander Liebe.

Grünspan wirds mit Zeit benetzen,
dies Statue auf welch sich Tauben setzen,
drum will ich's stetig putzen,
und niemals sie abnutzen.

Und bevor einer von uns denkt,
dass Langeweile ihn befängt,
beim Anblick dieses ewig Gleichen,
soll allein das putzen noch nicht reichen.

Täglich neu erfinden will ich's,
ein nie vollendet Kunstwerk nenn sich's,
Und vielleicht herum ich damit schlage,
mich bis ans Ende uns'rer Tage.

Auf das wir entweder in Frieden scheiden,
mit vollendet Kunstwerk von uns beiden,
welch's gefertigt sein wird ohne Groll,
und nicht vergessen werden soll,

Oder wir hinterlassen Welt,
etwas das ewig steht und niemals fällt,
ein Meisterwerke unvollendet,
so wunderschön, es jeden blendet.


 - Thomas Ogno, 2007


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Kubrik


Kubrik, du tot Genie,
behandelste dein' Leut wie Vieh,
warst besessen von jed' G'schichte,
hast bestimmt Linse und Lichte.

Jedes mal Kulisse schafftest,
penibel und gewissenhaftest,
hast stehts über dein Werk gewacht,
und noch den kleinsten Punkt bedacht.

Du drehtest perfekt jede Szene,
und wenn sich'd Aufnahm ewig dehne.
Du jedes Mal Visionen maltest,
und alles davor überstrahltest.

Du Meister deines Faches bist,
Dein Filme haben keine Frist.
Der mit uns seine Gabe teilte,
ich wünscht das er noch unt' uns weilte.

Welch Visionen unerreicht,
wohl jetzt mit dir dahin geschleicht,
von denen wir nun wissen nie,
doch für all bekannten die,
hab Dank, Kubrik, du groß Genie.


 - Thomas Ogno, 2007


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Homo noster Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Herr Gott, im Himmel,
Scheinheiliger ohne Namen,
Unser Reich komme,
Unser Wille Geschehe,
wie auf Erden, so auch sonst überall.
Unseren täglich Tod gibst uns heute,
und vergib dir deine Schuld,
denn wir können dir nie vergeben.
Und versuche nicht uns zu führen,
sondern erlöse uns von den Religionen.
Denn unser ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit,
in Wirklichkeit.
Humanum.


 - Thomas Ogno, 2007


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Völkerbund


Wusstest du, dass ein Fremder dir kann näher sein,
als jemand deines Blutes rein,
der schon ewig wohnt auf deines Boden's Stein,
und nebeneinander liegen euer Ahn' Gebein?

Viele Herzen aus deines Volkes Mit',
würden in deiner Brust, egal wie fit,
nicht einen Schlage von sich lassen,
weil sie nicht zu deinem passen.

Aber jemand and'rer Farbe,
der deines Blutes Gruppe habe,
könnt retten dir das Leben,
wenn er dir sein Blut darf geben.

Glaubst' etwa du sprichst heute,
den Akzent derjenig'n Leute,
die du deine Ahnen nennst,
auch wenn du sie doch garnicht kennst?

Glaubst sie würden hassen dich,
dafür weil du anders? Sprich!
Deine Ahnen zu dir passen,
wie jene die du tust so hassen.

Oder willst du nur mit jenen brechen,
die nicht deine Sprache sprechen?
Weil's nur können ein, zwei Sprachen,
sag, wieviel kann denn dein Rachen?

Doch du hast schon recht,
gibt zweierlei Menschen echt.
Doch teil sie nicht mit Blut und Boden,
kenn ich doch bessere Methoden.

Da gibts die einen,
die haben Angst ohne zu weinen,
stattdessen hassen's dann all jene die,
nicht genauso sind wie sie.

Dann gibts die andern, sind die reifen,
sind all jene die begreifen,
dass die Welt sich stetig wandelt,
und sich's stets um Menschen handelt.

Merkst du, wie ein Fremder dir kann näher sein,
wenn'st hast den Hass mit ihm gemein?
Und wie ich dir doch fremde bin,
weil ich nach Menschlichkeiten sinn?

Daher in Völker teilen wir uns zwei,
nur eines ist vom Hasse frei.
Beide über'd Erde streifend,
Kultur und Farbe übergreifend.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Übeltäter


Jetzt hab ich dich du Übeltäter,
an der Heimat ein Verräter!
Was ich kann dich nicht mitnehm'
wegen deiner Position im System?

Am liebsten würd ich werfen, dich drückend Schuh,
wo hingehört sowas wie du!
In den Abfalleimer, zu den ganzen andern Dreck,
stattdessen blickst mir weiter ins Gesichte keck.

Doch eines Tages, sag ich dir
wirst fallen g'lassen von dem hohen Tier,
das jetzt dich noch tut brav beschützen,
und dann werd ich mich auf dich stürtzen!
Du verdammte Wimper du!


 - Thomas Ogno, 2007


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Abschied


Spürst du dies Gefühl von Abschied,
wenn man sich das letzte mal sieht?
Man riecht ihn förmlich diesen Duft,
wie er süßlich tränkt die Luft.

Da steht ihr nun an diesem Orte,
es fallen keine großen Worte.
Fast ists wie immer, ists wie immer,
obwohl man sich danach sieht nimmer.

Der banale Schein der Sonne,
des Regen's plätschern in der Tonne.
Eines Windes schwaches Lüftchen,
der Blumen und der Wiesen Düftchen.

Sie alle sind jetzt nur Kulisse,
wo bald der ein den andern misse.
Noch fühlt sichs an als wärs ein Traum
realisieren kann mans kaum.

Spürst du in dir die Traurigkeit,
die dir ankündigt bald'ges Leid,
das erst sich zeigt wenn man versteht,
das hier jemand für immer geht.

Daran wirst du dich lang erinnern,
noch am Lebensende leise wimmern,
wenn du dich kurz zurück versetzt,
in den Moment, euren zuletzt.

Ihr wünschet euch noch eimal Glück,
dann ist's soweit, gibt kein zurück.
Auf ewig ihr euch nun entzweit,
gegen dies' Leid kein Herz gefeit.

Da bist du nun, ein Ende fand,
die ewig treue, schöne Band'.
Die Welt, sie dreht sich weiterhin,
auf das bald einsam Nacht begin'.

Die Tiere, Menschen, treiben weiter,
ihr Leben mit Gefühlen heiter.
Begreifen sie nicht den Verlust,
der hier begangen werden musst'?

Du wünschest dir, alles wär stummer,
und stehst allein da mit dem Kummer.
Nur einer teilt das gleiche Leid,
doch der nun weg ist, weit, weit, weit.


 - Thomas Ogno, 2007


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Mrs. Calabash Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Vor langem schon, vor Ewigkeiten,
hast' aufgehört mich zu begleiten.
Bist nur Erinnerung noch, kaum zu fassen,
doch ganz kann ich dich nie los lassen.

Immer zu, da such ich dich.
Manchmal mein ich gar, ich riech,
den Duft, dein' Duft, in meiner Nase,
auf das mein Herz wie früher rase.

Gelegentlich springt's Herz mir hoch,
wenn's Leben, meint ich, einmal noch,
mir Blick auf deines Antlitz lieh,
doch du bist es, bist es nie.

Gute Nacht, mein gutes Stück,
gute Nacht und viel, viel Glück,
auf das es niemals seie trist,
wo auch immer du jetzt bist.


 - Thomas Ogno, 2007


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Sprach der Realist


Als Optimist,
dir sicher guten Ausgangs bist.
Wie töricht doch von dir,
gibt doch nur einen Ausgang hier.

Ist Optimist wer meint,
das am Morgen Sonne scheint?
Doch was hilft dir spät're Sonnenpracht,
währendst wandelst durch die dunkle Nacht?

So wie die Sonn ihren täglich Sonnenaufgang macht,
so werd auch ich erwachen aus der Nacht.
Es gibt kein ewig Dunkelheit,
auf dieser rießig Erde weit.

Optimist, ich brauch dich nicht,
gib mir lieber Kerzenlicht,
welch's der Wind nicht ausweht,
bis die Sonne aufersteht.

Ewig dreht sich dieser Kreis,
und nur der Realist der weiß,
stolpern kannst in Zeiten beiden,
und erst dann musst von uns scheiden.

Doch bis dahin lieber Pessimist,
streich mich von deiner List,
der zum Tode schon geweihten.
Ich werd hier noch lange reiten.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Held


Verlassen tut,
der ganze Mut,
den Helden,
welcher tat vermelden,
er würd das Biest schon töten,
welch's Dorf versetzt in bittre Nöten.

Keiner jemals schneller rannte,
als unser Held der nun erkannte,
dass jenes Biest war ein Verwandte,
nämlich seine Urgroßtante,
und er wusste ganz genau,
man sich nicht anlegt mit jen' Frau.

Unser Held er sagte nur,
er mache noch ein' Einkaufstour,
weil er hat ganz vergessen,
sich zu kaufen was zum Essen.

Doch das Dorf hat nie mehr g'sehn,
den Helden den wir nun verstehn,
und so bleibt's Dorfe weiter doch,
unter Urgroßtantchen's bittrem Joch.


 - Thomas Ogno, 2007


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Familie ist tot! Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Familie ist tot,
das ganz banale flüssig rot,
das Blut, ist nicht Familie mir,
einzig passend Spender-Nier'.

Familie, sag was warst du mal,
bevor du schmecktest gar so schal?
Warst Bunde der Mitglieder einte,
in dem Vertrau'n und Liebe keimte?

Familie, sag was bist du heut?
Würfnis vieler einz'lner Leut',
die krampfhaft sich zusammen finden,
doch eigentlich sie nichts tut binden?

Familie ich kenn dich nicht,
bist wenn dann eher lästig Pflicht,
wennst mich so liebst, verdien dir Freundschaft,
solch ein Bund kost' ehrlich Kraft!

Verwenden tust du doch das Bare,
um deinem Kind zu kaufen Ware,
welche von dir selbst steril und rein,
doch freust dich wenn's dir was bastelt, 's Kindelein.

Habt ihr je verstanden,
dass nur sowas aufbaut Banden?
Nicht euer Geld steril,
wovon ihr habt egal wieviel.

Geld kriegt ihr bei Opapa,
bei Tante und bei der Mama.
Nur deine Liebe könns nicht kaufen,
egal wie sehr sie sich drum raufen.

Geld ist das eur' heilig Kuh?
Kein Wunder, dass er drückt der Schuh!
Wenn sich das so verhält,
gut, dann gebt mir euer Geld!
Macht mich zum Diebe,
doch erspart mir eure Liebe!


 - Thomas Ogno, 2007


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Das Leben grinst


Die Augen weit,
keiner schreit,
alles ist so surreal,
kein' Musik, wirkt ganz banal.
du stehst noch da, total benommen,
was ist geschehn, wie ists gekommen?

Du blickst dich um,
kommst vor dir dumm,
begreifst doch nicht,
die ganze G'schicht.

Berichtet hat man sowas dir,
doch vorstellen konntest dir's nie hier.
Im Fernsehn hast du's oft gesehn,
doch nun ist es auch dir gescheh'n?

Gerade noch war alles klar,
bevor es so wie nun lag dar.
Doch nun bist du ganz ohne Warnung,
gerissen worden aus des Leben's friedlich Tarnung.

Ein Bild vom Leben hattest du,
das hier, das passt nicht dazu,
und nun findest dich nicht mehr z'recht,
in dieser Welt, was ist gerecht?

Das anderen sowas passiert,
das war dir klar und hast kapiert,
aber nicht dir, doch nicht dir selbst,
obst's jetzt noch für unmöglich hältst?

Der Schock gibt langsam Sinne frei,
nun hörst du auch erstes Geschrei.
ein Schleier lichtet sich vor deinen Augen,
du weißt es ist kein Traum, doch sollst du's glauben?

Das Leben dir gehässig grinst,
ins Angesicht und du beginnst,
zu versteh'n, es war schon immer,
da und so und oft noch schlimmer,
hinter seines Glücke's Flimmer,
und jemals anders wird es nimmer.


 - Thomas Ogno, 2007


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He ain't heavy, he's my brother Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Wenn schwächelt mein Freund,
meine Seel' sich aufbäumt,
und zum Kampfe auf schrei ich,
auf das es befrei dich.

Niemals verzag' er,
ich bau auf mein Lager,
neben dem seinen,
und wach noch beim scheinen,
der Sonn' erster Strahlen,
und deren Lichte fahlen.

Ich steh auf deiner Seit,
und wenn der letzte reit
davon, ich bleib bei dir,
selbst wenns unmöglich schier.

Ich werd niemals weichen,
und sollts nicht mehr reichen,
dann geht's noch ein Stück,
nur kein Schritt zurück.

Egal wie lang es dauere,
egal wie lang ich lauere,
Ich bleib bei dir, da sicher sei!
Und am Schlusse seist du frei.

Dann tolln wir wieder,
durch die Gärten voll Flieder,
Flieder der Wonne,
und hoch steh die Sonne.


 - Thomas Ogno, 2007


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Oh süße Depression Hintergrund-Informationen zum Gedicht


Oh süße Depression, oh meine
was hab ich dir getan, dass deine
Fänge mich nicht los lass wolln,
würd ich doch gern vor Freude tolln.

Bist Krankheit anders als die Massen,
schwer zu messen, schwer zu fassen.
Anstatt Blutwunde, zugefügt,
bin ich die Wunde, unbetrübt.

Seh ich von außen traurig aus,
bin ich ein armer Mitleids Schmaus.
Versteck ich dich, tief in mir drinn,
kann ich dir doch auch nicht entrinn.

Quälst mich in d'Nacht, quälst mich am Tage,
Wann quälst mich nicht, stellt sich die Frage?
Will manchmal schlafen, für kurz für immer,
nur solang bist du quälst mich nimmer.

Für immer schlafen, schwer Entscheid,
will nicht mehr spürn die Einsamkeit.
Am Ende ist's doch kleiner Schritt,
welch Ironie, bei solch groß Bitt.

Der Kampf scheint fast unendlich schier,
bist du doch auch ein Teil von mir.
Werd Stund um Stund 'gen dich marschieren,
darf nicht ein einzges mal verlieren.

Zum Gwinn verdammt bei jeder Schlacht.
Doch selbst Napolen mit all sein' Macht,
hat irgendwann sein Waterloo,
dann müst ich gehn, nach St. Helen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Was wenn man nichts sagt?


Was wenn man nichts sagt?
Was wenn man nichts sagt?
Was wenn man nichts sagt?

Was wenn niemand spricht?
Was wenn niemand spricht?
Was wenn niemand spricht?

Was wenn da nichts ist?
Was wenn da nichts ist?
Was wenn da nichts ist?



 - Thomas Ogno, 2007


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Du


Spürst du das?
Das ist der Hass!
Der Hass auf was?
Der Hass auf
    dich


 - Thomas Ogno, 2007


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Erinnerung bist meine


Erinnern will ich mich an dich,
so wie wir da stehn, du und ich.
Kein Foto und kein andres Bilde,
können einfangen das wilde
toben des Leben's G'fühle
sondern nur das Abbild kühle.

Die Erinnerung lebt fort,
noch lange nach dem letzten Wort.
Ein Bild sagt vielleicht tausend Worte,
doch dennoch bleibst du immer forte.


 - Thomas Ogno, 2007


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Dem vergessenen Genie


Geh von der Bühnen Lichter rauß,
bevor verstummt spärlich Applaus.
Sind doch nur Leut die nicht verstehen,
welch Genie sie da gesehen.

Am besten ist es abzutreten,
am Zinite des erlebten.
Doch kannst du noch was andres machen?
Wenn nicht dann packe deine Sachen.

Die nächste Bühne wartet schon,
verdreckt und klein, nicht mehr als Hohn,
dem einst zu Füßen lag die Welt,
Doch nun brauchst einfach du das Geld.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Jugend die Zukunft


Jugend dränge,
vorwärts renne,
hab kein Respekt,
vor dem der deckt,
bestehn'd System,
versuchs zu drehn.

Selbst wenn du scheiterst,
du damit die Welt erweiterst.
Und deine Jugend folge dir,
doch nicht auf deinen Spuren hier,

Wird sie sich ihren Weg schon finden,
und dirs auf deine Nase binden,
so wie die Jugend immer war,
schön und unberechenbar.


 - Thomas Ogno, 2007


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Subjektivität


Sag mir, lebst du eine Lüge?
Auf dast dich selbst betrüge.
Nicht um jemand anders Willen,
doch Anspruch auf Realität zu stillen.

Die objektive Wirklichkeit,
ist unser viel zu großes Kleid.
Sie ist nicht fassbar,
so macht sie passbar.

All Wahrnehmung ist subjektiv,
die Realität, wie sie auch lief,
wie sie auch fällt,
jeder hat sein eigne Welt.

Erste, dritte, zweite,
Armut, Glück und Leide,
Schmerzen, Wehmut, Friede,
Hass, Freude und Liebe.

Näher als du fürchtest liegen sie,
in der Objektivitäte die,
nicht existiert für unser schlicht,
nur was wir fühlen, mehr schon nicht.

Kennst diese Schübe,
wenn dir deine Lüge,
nur kurz zusammenfällt,
und deinen Geist erhällt.

So hell dann scheint,
das man fast weint,
weint vor Erleuchtung,
der eignen Heuchlung.

Drum schnell zurück,
in Dunkelheit verdrück,
wo alles seinen Sinn macht,
und Absolut verhüllt von Nacht.

Wir richtens uns schön heimelich ein,
was unsre Realität soll sein,
auf das sich alles Füge.
Sag mir, lebst du eine Lüge?


 - Thomas Ogno, 2007


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Evolution


Zu Felsen formt der Staube sich,
Bis er einer Kugel glich,
Heiß wie Lava, tot wie Stein,
sie war steril, sie war ganz rein.

Doch eines Tages dann,
fing es zu regnen an,
und hörte nicht mehr auf,
bis sich Ozean erhob aus seiner Tauf.

Darin keimte dann Leben,
das tat sich dann erheben,
indem es Füß erfand,
um zu erkunden Land.

Folgen tat ein Krieg der Arten,
und Katastrophen um sich scharten,
Sie mischten ständig neu die Karten,
was forderte des Lebens Sparten.

Aus des Lebens verworrnen G'schicht,
trat hervor ein kleiner Wicht,
und kaum hat man nicht aufgepasst,
ist er mit Vorsprung los gerast.

Es war das Säugetier dies Vieh,
dem zugetraut hat keiner nie,
das kaum hat es sich eingwöhnt,
es gleich nach etwas höhrem frönt.

So lief sie ab die Selektion,
und um aufzusetzen sich die Kron,
die Säugetiere sollten schaffen,
sich die schwingend klugen Affen.

Die Natur doch schnell erkannten,
das sie in'd falsche Richtung rannte,
und daher rasch zurück sich wandte,
zurück zum dummen sie sich mahnte.

Natur musste zurück die Stufe,
sich dafür was dümmres schufe,
so entstanden schließlich wir,
entstand der Mensch: halb Aff, halb Tier.


 - Thomas Ogno, 2007


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Dem Gedicht


Du Gedicht,
bist Blindenschrift,
für Menschen deren Augenlicht,
ist eigentlich getrübet nicht.

Wir lassen konzentrierte gleiten,
unsre von Routin' befreiten,
Blicke über deine Worte,
die uns öffnen geistig Pforte.

Du kannst uns führen,
und wir spüren,
wie dus schaffst uns zu durchdringen
und wir mit Gefühlen ringen.

Wir blicken aufs Papier,
unerfassbar schier,
erscheint uns das wir dir,
verdanken Stillung unsres Geistes Gier.

Bist du doch nur so wenig Zeilen,
und dennoch fühlen wir die Meilen,
die du uns schicktest fort,
mit doch so wenig Wort.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ewig Leben!


Stell dir vor, ich wäre Feh
hast mich befreit aus Kanne Tee.
Nun hättest einen Wunsche frei,
was wäre der, ihn ganz laut schrei.

Ewig Leben!
Welch ein Segen!
Niemals sterben,
nie verderben.

Du Naiver Narr!
Weiter mir erspar,
noch ein Wort aus dein'm Munde,
welch dummen Wunsch du tatest kunde.

Bist du schon ewig hier?
Die Ewigkeit gehört nicht dir,
Sie ist Besitz der Zeit,
von der dir steht begrenzt bereit.

Unvorstellbar wär das Leid,
das mit sich bringt die Ewigkeit.
Kannst Ewig du doch nicht ermessen,
du wärest ewiglich besessen.

Unter endlos Zeit,
auch dein Verstande leid.
Kannst du das begreifen?
selbst halbe Zeit würdst nie erreichen.

Jedes einzelne Versprechen,
müsstest mit der Zeit du brechen,
denn in Unendlichkeit,
selbst sich die Parallele schneid'.

Selbst der Liebe rührigst Gschicht,
würd durch die Ewigkeit vernicht. 
auch Romeo und Julia,
würden sich trennen, wärens noch da.

Wir, die ewig Liebe schworen,
sind nicht zur Ewigkeit erkoren,
das Ewig kann an allem sägen,
drum Liebe würd nie ewig leben.

Doch Liebe will ich nie verraten,
drum will ich auf den Tode warten,
auf das er kommt, wann ich soll gehn,
und meine Lieb ich mit mir nehm.

Der Tode kommt zu uns fatal,
und er des endlos Lebens Qual,
zu unserm Glücke uns erspart,
drum mache mit die letzte Fahrt.


 - Thomas Ogno, 2007


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Förstner, Richter und Dichter


Wer pflanzt Fichten,
der tut sichten,
unserer Natura Umwelt,
auf dass sie nicht verfällt.

Wer tut richten,
der tut schlichten,
oftmals Streit,
welch brachte Leid.

wer tut dichten,
der tut lichten,
den grauen Regen,
von des Leben.


 - Thomas Ogno, 2007


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Des Reigen's Spiel


Liebes Reigen, Liebes Reigen,
dir spieln keine Liebes Geigen,
deine Wahrheit ist recht trist,
jed' einsam in dir Leben frist.

magst du selbst haben Partner einen,
und er bringt dich auch zum weinen,
was teilst du schon mit diesen?
Des Freundschaft du hast oft gepriesen.

Vertrauen, Lieb, klingt so gewöhnlich,
denk drüber nach, ists dir persönlich?
Was wenn sichs noch steigern liese,
in ungeahnte Sphären schieße.

Doch kein Interesse an den andern,
wird folglich fort alleine wandern,
weiter durch der Welt Kulisse,
ohn' zu stilln was Herz vermisse.

Wo bleibt Einfühlsamkeitsvermögen?
Hast Angst andre dich drum betrögen?
Nicht mehr als Floskeln die man tauschet,
wenn man respektlos andern lauschet.

Der Verführung ödes Spiel,
zumeist ist kreativ nicht viel,
und dennoch all dazu bereit,
egal wie sehr Verstand drunt leid.

Ermüden tut den Geiste dies,
wenn man ihn einsam zurück lies,
und dann der viel beschworenen Chemie,
dein Verstand kein Funke lieh.

Menschlicher Beziehung Potential,
nicht fruchten kann auf Wälder-Boden kahl,
geschlagen durch den Geiste dumpf,
der sitzen tut auf mehr wert Rumpf.


 - Thomas Ogno, 2007


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Obdach, fertig, los


Als ich rannte,
ich mir bannte,
eine Schneise,
um die Reise,
fort zu setzen,
weil mich hetzen,
tun die Hunde,
die im Bunde,
mich jetzt jagen,
weil ich tats wagen,
sie zu fragen,
ob es wohl geht,
man sich bewegt,
von diesem Orte,
wo ich horte,
meine Sachen,
die bewachen,
ich dort tu,
und auch die Ruh,
ich dort drin friste,
in der Kiste,
die dort steht,
wo andrer geht.


 - Thomas Ogno, 2007


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Die Lauer


Es war Gedanke,
der mich spannte,
und weswegen,
ich mit Degen,
auf die Dauer,
lieg auf Lauer.


 - Thomas Ogno, 2007


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Die Flucht


Wärend raurer,
wird die Mauer,
auf der ich klettre,
in die nette,
Freiheit raus,
aus diesem Haus,
das trennt von Spreu,
uns trostlos Heu,
ich schon spür,
der Fluchtes Kür.


 - Thomas Ogno, 2007


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Birne


Was ist denn das für ein Balast,
der zwischen deinen Schlutern rast?
Ist es wohl ein Abszess,
das langsam dich von oben fress?

Oh, ist wohl dein Kopfe,
hab ich auch nur erkannt am Schopfe.
Oder ist es gar,
eine rießen Warz mit Haar?

Lass das mal untersuchen besser,
vielleicht muss das ja unters Messer.
Passieren viel kann da ja nicht,
wo sitzen tut kein echt Gesicht.


 - Thomas Ogno, 2007


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Madengesuch


Gnade, Gnade, habt doch Gnade,
mit so einer kleinen Made.
Will nur leben und sein frei,
von der Gedanken hirnlos Brei.

Drum Hirn hör auf zu schwanken,
so mit mein' Gedanken.
Werd ich doch noch von See ganz krank,
so wie dieses Schiffchen wank.


 - Thomas Ogno, 2007


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Verdammt


Den einzig Reim ich nie verwend,
ist jener den doch jeder kennt.
Ist Wort das uns beschreibt die Schmerzen,
und jenes wo sie sind, im Herzen.
Wenn ich das tät, wärs doch gelacht.
Verdammt, hab ichs erst recht gemacht.


 - Thomas Ogno, 2007


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Vergiss mein nicht


Denen die trinken,
will ich noch winken,
ham doch vergessen,
auch was zu essen.

Dann werns verhungern elendig,
zumindest werns nicht all zu dick.
Wenn sie dann stehn vorm jüngst Gericht,
durstig sein sie werden nicht.


 - Thomas Ogno, 2007


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Raben laben


Lustig laben,
könn' sich Raben,
an den Gaben,
die dort lagen,
wenn sies wagen,
ohn' zu fragen,
sich zu laben,
an den Gaben.


 - Thomas Ogno, 2007


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Tausendmal berührt...


Tausendmal rasiert,
tausendmal ist nichts passiert,
tausend und eine Rasur,
und jetzt ist da ne rote Spur,
am Badezimmer Flur.


 - Thomas Ogno, 2007


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Moralisch


Was ist Moral?
Ganz banal,
wenn du hast Wahl,
zu tun das Rechte,
und nicht das Schlechte?

Verschiedne Zeiten,
verschieden leiten,
Diskussion die diesige,
so erhalten rießige,
Unterschiede wir in Äonen,
zwischen Zivilisationen.

Drum wenn du rückblickst auf Geschichte,
passe auf und nicht gleich richte,
Menschen die nicht warn wie dein,
und mit ihrm Gewissen rein.

Das Sklaventum, abscheulich Rom,
war wie im Mittelalter Thron,
Teil des Denkens, Teil der Zeit,
die Menschheit dachte niemals weit.

Drum in Beschendenheit dich übe,
Zukunft wird dich strafen Lüge,
wenn du glaubst wir sind perfekt,
wirst schon sehn wies Zukunft rekt.

Vielleicht kommt wieder alte Zeit,
die nicht versteht was uns verleit,
zur Freiheit und zum Fragen hat,
und was die Menschheit glauben tat.

Es kann auch kommen ganz was neues,
Menschheit die versteht nicht eures,
das unbekümmert Menschen lungern,
wenn anderswo sie tun verhungern.


 - Thomas Ogno, 2007


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Andere Zeiten


Du großer Herr
wir fürchten sehr,
unser Versagen,
welches wir dir klagen,
denn wir bangen,
es mag nicht langen,
unser Essen,
welches wird vergessen,
vom Himmels Regen,
drum gib uns Segen.

Helfe unserm Volk in Not,
und gib uns bitter nötig Brot,
wolln stärken dich mit heißer Glut,
von dieser Jungfrau's heilig Blut.


 - Thomas Ogno, 2007


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Spieglein, Spieglein an der Wand


Dichtlein, Dichtlein,
auf Papier,
sag wer ist der größte hier?
Hier in deinen großen Räumen,
vollgestopft mit wilden Träumen!

Was du wagst es?
Nicht mich sagtest!?
Solch ein Dichtlein, ohne Treue,
wart ich werd dir lehren Reue!

Weil du mich hast so verkannt,
soll es bleiben unbekannt,
welchen Namen du genannt.
Und ich zerreiß auf'd Stelle hier,
dieses unwürdig Papier.


 - Thomas Ogno, 2007


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Jeder kann einmal einen Fehler machen, aber nicht jeder zweimal.


Weilst dich dafür hältst,
dich als Helde meldst.
Wirst noch merken gschwind,
das du noch bist halb Kind.

Achzehn Jahre alt,
missbraucht für die Gewalt.
Sich dir der Sinn entzieht,
was dein Auge sieht.

Versuch zu überstehen,
was du hast gesehen.
Und komme heim mit Sack und Pack,
nicht ohne Pack in einem Sack.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Erschaffene


Was er grad denkt,
wollt ihr wohl wissen,
er denkt warum man ihn so drängt,
nur um erfahren er muss pissen.

Lasst los ihn doch,
hört auf zu fragen,
wie lange noch,
soll's er ertragen?

Er sei nur ein Gedicht Figur,
doch hat nicht er auch recht zu leben?
Ganz einfach und in Ruhe nur,
wollt er doch nie nach höhrem streben.

Drum wolln wir ihn nicht mehr erwählen,
und seine Welt von unsrer trennen,
mit unsern Fragen nicht mehr quälen,
auf das wir ihn nun nicht mehr kennen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Nur kurz


Eur' Aufmerksamkeitsspann
ist kurz geworden, weshalb ich kann
euch nicht zumuten, mehr als diese,
kurz Gedanken Briese.

Das längste was ihr könnt vernichten,
sind Videos und Kurzgeschichten,
doch ich kein Ausnahm im errichten,
drum begnüg ich mich mit dichten.


 - Thomas Ogno, 2007


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Qual-len


Mein Fuß einst mit ner Qualle spiel,
was soll ich sagen? Ein "l" zu viel,
im Namen dieser Kreatur,
wie ich nur kurz darauf erfuhr.
Kannst du dir vorstelln wie das schmerzt?
Hätt ichs gewusst ich hätts beherzt,
auf meinen Fuße uriniert,
das hilft nämlich, neutralisiert.


 - Thomas Ogno, 2007


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Namenloser


Um dich herum Tode einschlagen,
du überlegst, sollst du was wagen,
oder möglichst dich verkleinern,
um unbemerkt hier zu versteinern.

Mehr kann dein Verstand nicht geben,
willst doch nur eins: überleben.
Hier hilft kein Training und kein Schicksal,
der Zufall sagt obs wird fatal.

Jetzt ists egal welch Mensch du bist,
ob ich, ob du, ob Pianist.
Wer jetzt die falsch Entscheidung wählt,
dessen Geschicht wird nie erzählt.

Wer hier nicht sitzt, dem Tod so nah,
der niemals auch nur knapp erfahr,
das Skuril an dieser Welt,
wie leicht so wertvoll Leben fällt.

Und hinterm nächsten Meer,
Das Leben wertvoll ist so sehr,
dass bei jedem Tode Trauer groß,
wärendst hier bist namenlos.


 - Thomas Ogno, 2007


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Erdenrundes Regenbogen


Nur ein Gefühl, das all erschüttert,
von Armut oder Krieg verbittert,
oder Zivilisations verzogen,
die Liebe ists, zieht einen Bogen,
von der Welt der psychisch kranken,
bis jene die ums Leben ranken.

Die einen sind zum Glück erkoren,
doch Mensch ist nicht zum Glück geboren,
noch weniger zum Leiden dessen,
Wanderer oft werdn vergessen.

Auch wollen manch ihr Dasein geben,
andere um jed' Preis leben.
Doch gegeben sei uns allen,
ob wir drin aufsteign oder fallen,
das unvergleichlich Glück und Leid,
egal der Umständ, Ort und Zeit,
der Liebe köngliches Spiel,
uns Bauern die sonst habn nicht viel.


 - Thomas Ogno, 2007


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Im Bann der Nacht


Ich hab an dich gedacht,
wie so oft in meiner Nacht.
Wo du jetzt bist, frag ich mich da,
wies dir wohl geht, ich hoffe ja,
es geht dir gut und irgendwie,
fühl ich es dann fast wie Magie,
wieviel auch Zeit vergehen mag,
da ich dir einmal so erlag,
sich nichts mehr daran ändern kann,
dass ich werd ewig sein in deinem Bann.


 - Thomas Ogno, 2007


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Sockel, weißer Stein


Sonne, Mond und Sterne,
werden oftmals gerne,
zur Lieb Erklärung rangezogen,
doch klingt das oftmals zu verlogen.

Die Lieb, was mag sie sein,
vielleicht ein Sockel, weißer Stein,
auf den du stellst Beziehung dann,
zu Kind, zu Freund, Frau oder Mann.

Und sollt sie sich dem Stein entledigen,
und ihn dabei nicht sehr beschädigen,
so soll er noch stehn ewig hier,
als Denkmal an die Liebe dir.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Erimit


Wie oft gewunschen schon,
ich eines Erimiten gleiche wohn.
Abgeschirmt von dieser Welt,
ganz allein in meinem Zelt.

Dann alle Kommunikation,
ich einstell zu des Mittels Lohn.
Ein Schmerz durch meinen Körper fährt,
weil Einsamkeit und Ruh einkehrt.

Der Schmerz zeigt mir ich bin noch da,
ob andre Abstinenz nehm wahr?
Vielleicht fühln sie dann endlich auch,
den Schmerz in dem ich endlos tauch.

Doch denken sie sich nichts dabei,
und selbst wenn doch, wär ich dann frei?
Geteiltes Leid ist halbes Leid,
doch am End dich nicht befreit,
von deinen eignenen Höllenqualen,
für die du musst allein bezahlen.

Zieh dich zurück oh kranker Geist,
vielleicht du Welt ein Dienst erweist,
je losgelöster du dann bist,
um näher an der Welten Trist,
hinab zu steigen und dann dort,
hinaus zu ziehen, weit, weit fort.


 - Thomas Ogno, 2007


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Schiffsbrüchige


Die Welt als solche ist skuril,
Liebe, Glaube, Hoffnung, Tod,
für unsern Verstand viel zu viel.
Wir sitzen all in einem Boot.

Wir sitzen all in einem Boot.
Jed' einzelner auf seinem Floß,
dem Rettungsboot in seiner Not,
gemeinsam wärn wir rießen groß,

Doch fehlen uns die Schnüre,
um unsre Schiffchen zu verlinken,
und so verdammt noch einmal spüre,
wenn wieder einmal welche sinken.


 - Thomas Ogno, 2007


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Gewissen gebissen


Gewissensbisse
ich vermisse,
seit ich Bibel nicht mehr glaub,
und bei Predigt mich stell taub.

Oh welch Lebensfreude kam,
als ich nicht mehr Teile nahm,
am Gottesdienst der Religion,
wofür ich hab jetzt nur mehr Hohn.

Genieß das Sündentum im Vollen,
sollen doch die frommen grollen,
im Diesseits ham wir unsern Spaß,
im Jenseits doch nur Würmer Fraß.


 - Thomas Ogno, 2007


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Letzte Reise


Soll dochs Engelein erklingen,
auf dessen großen Federn Schwingen,
ich die letzte Reise mache,
aus der ich nicht mehr auf erwache.

Obwohl das Ziele ungewiss,
bei mein Beschwerde sich erwies,
sie unstornierbar, welch Betrug,
ich nun muss machen mit den Flug.

Es scheint als wär dies Reis-Büro,
nicht besser als die anders wo.
Würd mich nicht wundern wenn das Service,
sehr zu wünschen übrig lies.

Und lasset euch gesagt sein das,
Es wär der Tropfen der das Fass,
zum überlaufen bringen lass,
wenn ich nicht fliege erste Klass.

Bin ich dann weg, ganz ohne Frist,
jeder Verwandt erleichtert ist:
Naja, selbst wenn er'd Fahrt geniest,
er diesmal keine Fotos schießt.

Dann müssen sie nicht mehr ertragen,
meine Diashows an Tagen,
an denen sie habn bessres vor,
denn ich sing dann im Engels Chor.


 - Thomas Ogno, 2007


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Hart aber herzlich


Schlag mich, beiß mich, lass michs spüren,
in welche Sphären mich kannst führen.
Gib mir Namen, die von Tieren,
lass mich krappeln auf all vieren.

Mach Sachen, die noch nie wer nannte,
an Orten die ich so nicht kannte.
Mach mit mir was du auch willst,
solang du meine Lust nur stillst.

Spreng Grenzen dessen ich empfinde,
dass ich mich auf dem Bette winde.
Erfinderisch sollst du mir sein,
und auf Erlösung folge Pein. 

Zeig mir den Himmel voller Geigen,
den voll Liebe lass uns meiden.
Lass hin und her uns schwitzend welzen,
auf das uns'r Körper sich verschmelzen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Zur Pornoindustrie


Der Pornofilmchen Titel sind,
das lustigste was ich so find,
und wenn ichs mir genau anseh,
dann ham die auch viel Spaß beim Dreh.

Doch Pornostar sein ist auch Müh,
darfst kommen du doch nicht zu früh.
Besser hats da weiblich G'schlecht,
können täuschen gar nicht schlecht.

Doch auch wenn ich sag Frau hats besser,
liegen sie oft unterm Messer.
Mädchen lass davon die Finger,
ich steh auch auf kleine Dinger.


 - Thomas Ogno, 2007


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Hasen Gedanken


Gedanken fliegen, raßen,
die es machen gleich den Hasen,
und so viele Haken schlagen,
dass ich jene, die so plagen,
nicht vermag in Grenz zu halten,
während sie mein Hirne spalten.


 - Thomas Ogno, 2007


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Was ist Vernunft?


Ist Morde nicht dem Morde gleich,
wenn Opfer darliegt kreidebleich?
Er kämpft aus Notwehr oder Zwang,
und doch mit dem Gewissen rang.

Die Angst im Nacken, wirst du sterben?
Wirst dus packen, wirst verderben?
Hast Chaos einst ins Aug gesehen,
wird es nie mehr wegge gehn.

Warst dem Chaos Angesicht,
ists dir klar, gibt Helden nicht.
Gibt nur Tote und Schicksale,
in jedem heiß umkämpften Tale.

Die Natur ist mitten drinn,
doch ihr entgeht komplett der Sinn.
Sie machet weiter, nicht versteht,
wenn Mensch und Mensch Leben verräht.

Da kämpfest du, um Leb und Tod,
Doch Autos bleiben stehn bei rot,
in andern Teilen dieser Welt,
wo Zivilisation noch gelt.

Für deine Kameraden rennst,
die du doch erst durch Kriege kennst.
Setzt Leben ein für eure Band,
oder wars fürs Vaterland?

Bist Bauer nur, beschönigt noch,
im wahren Spiel der König doch.
Das einzig Spiel ganz ohne schummeln,
in demst dich must ums Leben dummeln.

Hat keine Regeln jenes Spiel,
ist alls erlaubt, bleibt keinem viel,
an Einspruch, Fairness oder Auszeit,
musst sein zum sterben stets bereit.

Nun kennst das Chaos, was wenns vorbei?
Willst gliedern dich zurück in Reih,
der Menschen die doch wirklich meinen,
du wärst mit eurer Welt im reinen?

Du kennst nun beid absurde Welten,
in einer keine Regeln gelten.
Da du nicht kannst begreifen voll,
ich weiß nicht wies wer andrer soll.

Skuril kann man das nur noch nennen,
an einem Ort ums Leben rennen,
wo anders einen Kaffee trinken,
und in Phantasie versinken.

Die Welt ist schön, und sie ist grausam,
jeder weiß dem sie Verstand nahm.
Die Welt ist nicht erfassbar Ding,
wers hat versucht zu Grunde ging.

Nun stell dich auf, in einer Reih,
fürs Vaterland, was das auch sei.
Schau lieber zu, dast Liebe schützt,
sonst hat dein Leben andrer gnützt.

Doch halt, zu lange nachgedacht,
an der Front in dieser Schlacht.
Dein Leben wurde auserkoren,
bist zum Helden nun geboren.


 - Thomas Ogno, 2007


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Hat dich die Sonn erkoren?


Glaubst die Sonn hat dich erkoren,
glaubst du hast die Sonn verloren.
Was du nicht begreifst,
ist dass die Sonn nur gleist.

Sie scheint wegen millionen Strahlen,
von dessen jeder einzlne kann malen,
ein Lächeln auf dein Gesicht,
dass du nie mehr vergisst.

Aus hundert Farben besteht das Licht,
doch alle Farben passen nicht.
Der Himmel blau am Tage streut,
man sich über jeds blaue freut.

Doch am Morgen, Abend Horizont,
Oftmal wechselt Farben Front.
Mit Zeiten ändern sich Gefühle,
drum einmal dies, dann das gefiele.

Nicht jeder passt zu jedem gleich,
Doch ist die Auswahl trotzdem reich.
reich genug nie zu verzagen,
musst nicht nach dem pefrektem jagen.

Dein Herz nicht alleine einem binde,
lass Platz falls man noch mehre finde.
Doch behüte jeden Herzens-Platz,
einmal vergeben wie nen Schatz.

Vergiss bloß eines nie,
gibt nicht die eine Sonne die,
unersetzbar ist auf dieser Welt der Mühen,
gibt tausend Strahlen, welch alle unvergleichbar glühen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ebenen


Der Irrsinn, hat er dich erfasst,
ist er unterträglich Last.
Realität schon immer war,
subjektiv und unnahrbar.

Doch sollt der Wahnsinn dich erfassen,
wirst vom Konsenz du der Massen,
weggetrieben, auf solch Ebnen,
wo nur du, sonst keine leben.

ungewohnte Wahrnehmung,
Unverständnis und Beklemmung,
bringt Verzweiflung aussichtslos,
wie Schiffsbrüchig auf einem Floß.

Du weißt, durchhalten kannst nicht ewig,
in deinem Gott verdammten Käfig,
der dich wegsperrt in deiner selbst,
dem du auch kämpfend doch verfällst.

Dem Kampfe kannst du nicht entrinnen,
Zeit zu gehen, zeit zu springen.
Du willst es nur um Ruh zu haben,
von des eignen Iches Klagen.

Doch warte noch, nur kurze Zeit.
Gibt Hilfe oft, wär dir bereit.
Willst du denn aus dem Leben scheiden,
und dabei jed' Chance meiden?

Wenns doch nicht hilft, warst noch so standhaft
bei dir bleibt der Irrsinn krampfhaft,
kannst dann noch das Dasein wählen,
oder lass ihm Wirte fehlen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Verantwortlichkeit


Das Volk soll auf die Straße gehn,
schön gesagt, doch kennst du den,
der Unterschiede machen kann?
Genau, du bists, in deinem Rang.

Ob Offizier oder ob Boss,
Politiker auf hohem Ross,
auch heilig Männer oder Fraun,
solln sichs Wort erheben traun.

Ob du aus erster Hand wen quälst,
oder Delegierung wählst.
Verursacher du meinst nicht bist?
Noch schlimmer dann, Opportunist!

Du sitzt in einem großen Rate,
ein weiterer der nicht viel tate,
aus dem nur leere Worte rinnen,
um die nächste Wahl zu gwinnen.

Stillst dein Gewissen mit Nicht-Wisse,
doch das kriegt schon große Risse.
Kann doch durchschauen der die Welt,
der nur die richtgen Fragen stellt.

tu jetzt was möglich,
und tu es täglich,
auch wenn mit Risken du must ringen,
und aus deiner Rolle springen.

Sonst bist ein Menschlein ohne Würde,
ganz egal wie groß wär Hürde.
Und an alle die noch wagen,
trotz Welten-Leides nichts zu sagen:

Du kalter Mensch, du hohes Tier,
wer nah dir steht der nicht erfrier.
Doch jene die du nicht kannst fühlen,
sich durch deines Drecke wühlen.

Wenn wegen dir die Menschen leiden,
oder deine Toten neiden,
sollst im Höllenfeuer schmoren,
bist du wärst nicht mehr erfrohren.

Dann sollst du fühlen all das Leid,
das lag in deiner Verantwortlichkeit.


 - Thomas Ogno, 2007


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Verpass


Kennt ihr das,
wenn ihr fragt "was?",
"was war denn das?",
das war Verpass.


 - Thomas Ogno, 2007


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Wiverstand


Wie Auto du im Leerlauf bist,
wenn Zeiten du alleine frist.
Dann trittst aufs Gas, Gedanken schnellen,
unaufhörlich durch die Zellen.

Mein Verstand braucht Widerstand,
sonst findet er sich schnell am Rand,
und die Bessesenheit setzt ein,
welch seltsam und welch grausam Pein.

Wird heiß das Hirn, die Kühlung fehlt,
es dich um dein Verstand bestehlt.
Leg Gänge ein, solln Leute sein,
welch die Gedankengänge dein,
durch Umsetzung in Energie,
vom Teufelskreis befreien sie.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ohne Title (Gedicht Nr. 14)


Hast Recht auf Leben und auf Brot,
doch hast kein Recht auf deinen Tod.
Zum Leben wirst du zwangsbeglückt,
und willst du sterben, bist verrückt.

Das Leben sollt doch Wunder sein,
doch manchmal ist es Wunder kein,
wenn Menschen sich nach Tode sehnen,
das Leben wolln aus ihren Venen.

Der Schritt er sei wohl gut durchdacht,
und nicht getroffn in einer Nacht.
Doch welch Instanz schätzt höher sich,
als die des eigenen, deinem Ich.


 - Thomas Ogno, 2007


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Der Nomade


Versuch das Glück nicht zu forcieren,
wirst es so doch nur schnell verlieren.
Mach keine Pläne, Trugbild gleich,
sonst zspringts wie Glas, wär Scherben reich.

Lass dich vom Fluss des Lebens tragen,
kannst dich an dessen Reichtum laben.
Halt dich nicht fest an dessen Steine,
und steh nicht auf, auf deine Beine.

Bleibst wie Nomad, weichst aus den Dürren,
wird dich das Flussbett weiter führen.
So kannst du besserlich entrinnen,
den Unglücken die andre fingen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Todgesagte leben länger


Todgesagte leben länger,
ist ein guter Grab Aufhänger.
Warn auch seine letzten Worte,
eh er ging durch Petru's Pforte

Hat sich wohl geirrt der Narr,
jetzt ist es endlich ihm auch klar.
War der Weisheits letzter Schluss,
doch des Todes kalter Kuss.

Doch sei als Weiser nicht verletzt,
stirbt Hoffnung immer noch zuletzt.
Aber mit einer Weisheit besser bricht,
Todgesagte leben länger nicht.


 - Thomas Ogno, 2007


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Wien


Mein größte Liebe bist von allen,
wirst niemals sinken, niemals fallen.
Werd deiner ewig Treue schwörn,
und keine andre Stadt begehrn.

Ward geboren vor dein' Toren,
hab dich zur Heimat auserkoren.
Musst dich mit Leid und Trän erwerben,
werd hier bleiben, werd hier sterben.

Wenn ich dann einst gegangen bin,
für immer weg, für immer hin,
und Freunde vor mein'm Sarge knien,
kriegt mich nur eine, dass ist Wien.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ohne Title (Gedicht Nr. 7)


Hab mein Herz im Kopfe sitzen,
und nicht im Bauche, wos tut blitzen.
Wenn ich jemanden kennen lern,
dann ists von echter Lieb noch fern.

Würd Leben geben und noch mehr,
wo sitzen tut, Neuronen Heer.
Denn dort mein Herz schätzt Menschen ein,
und Fremder wird zum Engelein.

Fürs Engelein brauchst nicht mehr denken,
würd alles tun und alles schenken.
Die Schmetterlinge in den Därmen,
die reichen nicht, das wirst noch lernen.

Wahre Liebe kommt vom Kopfe,
und Steine höln tut stetig Tropfe.
Drum lieb mit Herzen ohn' Datierung,
doch denke nach, um sein Platzierung.


 - Thomas Ogno, 2007


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Katharina


Deine Augen strahlen,
in unsere Herzen Feuer malen.
Wissensdurst, Spiel und Neugier,
bei dir scheinen unendlich schier.

Dein Bewusstsein werde Licht,
und du auf alles bist erpicht.
Dein Lächeln könnte Herzen weichen,
die vorher nicht mehr warn als Leichen.

Du warst ein Wunschkind, wider Willen,
den deine Eltern hattn im Stillen.
Unser Liebe kannt dich nicht,
und nun ist undenkbar der Verzicht.

Ein kleines Mädchen wächst heran,
es kichert, fällt und läuft und dann,
wie's weiter geht, sei uns egal,
solang du glücklich bist, beim heilg'en Gral.


 - Thomas Ogno, 2007


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Julia


Du bist fort, du bist gegangen,
hattest nie nach mir Verlangen.
Hast mir nicht das Wort gebrochen,
hast mir doch nie was versprochen.

Wir warn' nur Freunde, Schwestern gleich,
doch im Keller war 'ne Leich'.
Die Liebe brachte rein das Leid,
doch gings nur aus, von meiner Seit.

Wie gewonnen so zeronnen,
ich hab zuviel nach dir gesponnen.
Du kündigst auf, die schwache Bande,
und ich bleib hier, zurück, am Rande.

Die Liebe bleibt, den Geistern gleicht,
sie bleibt im Herzen, unerreicht.
Bin dir nicht bös, werd weiter laufen,
und mich nicht im Leid ersaufen.

Wir sind getrennt, auf ewiglich,
doch wär ich immer da für dich.
Hast mir doch nicht das Wort gebrochen,
hast mir doch nie etwas versprochen.


 - Thomas Ogno, 2007


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Ohne Title (Gedicht Nr. 4)


Wir hätten für dich gelogen,
für dich betrogen.
Wir hätten unser Blut für dich gegeben,
unser Augenlicht und unser Leben.
Dennoch bist du gegangen.

Dein Wesen ist erloschen,
wie ein paar stummer Kerzen.
Doch sollst du ewig wandeln,
in allen unsren Herzen.

Wir wollen von dir berichten,
auf das du unvergessen bleibst.
Und im Geiste unsrer Neffen und Nichten,
als Legende weiter reist.

Wenn sie sich dann mit deinem Namen mühen,
und du ihnen deine Taten ersparst.
werden sie dennoch fühlen,
dass du da warst.
Und dein Geist soll noch verankert sein
in dem letzten fest,
der dieses Erdenrund verlässt.

Auf dass du in Frieden ruhst,
und auf ewig lebst.


 - Thomas Ogno, 2007


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Bei Fragen, Lob, Kritik, Anregungen usw. bitte Email an: ogno@ogno.at